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Sprache als Paradoxon

botanDas Fürstentum Botan wurde Anfang des 14. Jahrhunderts gegründet und bildete, wie bereits erwähnt, als Literatursprache das Djasiri heraus, in dem neben Ehmede Khani um 1600 vor allem die Lyriker Malai Djasiri, Mi Hariri und Fake Tayram ihre Werke verfassten. Mit der Verhaftung des letzten Fürsten BadirKhan Pascha und dessen Deportation durch die Türken wurde im 19. Jahrhundert mit dem Untergang des Fürstentums dieser blühenden Literatursprache die Grundlage entzogen.

baban

Fürstentum Baban: Ende des 15. Jahrhunderts wurde am unteren Zab das Fürstentum Baban gegründet. Hauptstadt des aufblühenden Staatsgebildes war die neu gegründete Stadt Sulaimania, die entstehende Literatur wurde in einer Sprache geschrieben, die als Slemani bezeichnet wird. Deren namhafteste Autoren die Lyriker Nali, Salim und Kurdi lebten zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Fast zur gleichen Zeit wie Bothan ging das Fürstentum Baban unter; Ursache hierfür war vor allem die unentschiedene Politik der Dynastie von Fake Ahmad, der das Land zur leichten Beute der Türken werden ließ. Unter deren Herrschaft erstarb in den folgenden Jahren jede eigensandige kurdische Literatur.

ardalan

Fürstentum Ardalan: Eine der ältesten kurdischen Literatursprachen, das Hawrami, entwickelte sich bereits im 14. Jahrhundert im Fürstentum Ardalan, wo der Gelehrter und Schriftsteller Mala Paresan lebte. Sanandadj im persischen Teil Kurdistans war die Hauptstadt, deren Fürsten den Titel eines Wali (regirrende Bürgermeister) trugen. Doch auch dieses Fürstentum überlebte die anderen beiden nur um wenige Jahre. 1867 setzte der Schah den letzten Wali ab und besiegelte mit der totalen persischen Vernehmung des Landes den Untergang Ardalans

Diese Entwicklung, die Einnahme und Auflösung der kurdischen Fürstentümer um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Osmanen beziehungsweise Perser, teilte nicht nur das kurdische Volk abermals willkürlich, es warf auch die Entwicklung und Herausbildung von Literatur und Sprache um Generationen zurück.

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